Geschichte der Bichon Frisé

Über die Geschichte der Bichon frisé gibt es ja nun mittlerweile reichlich zu lesen. Aber ganz genau weiß es sicher niemand, seit wann es diese wundervolle Rasse gibt. Eines ist aber sicher, die Ahnen unserer Bichon Frisé lassen sich bis ins 15.Jahrhundert zurückverfolgen, es ist also eine uralte Rasse.

Der Bichon frisé findet seine Abstammung im Barbet. So entstand der Name „Barbichon“. Spanische Segler brachten in der frühesten Zeit des 15.Jahrhunderts den Bichon Ténériffe (so hieß er zur damaligen Zeit) mit auf die Kanarischen Inseln um sie dort zu züchten und an den spanischen und italienischen Adel zu verkaufen. Französische Eindringlinge haben viele dieser kleinen Hunde als Kriegsbeute mit nach Hause gebracht.

Unter Francis I hielt der Bichon Ténériffe Einzug in die hochherrschaftlichen Königshäuser. So richtig bekannt und beliebt wurde er unter der Regierung des Henry III 1574. Mit seinem unlieblichen Wesen war es für ihn nicht schwer, die Herzen der französischen Damen der Renaissance zu erobern. Er bekam soviel Aufmerksamkeit, wurde verwöhnt, verhätschelt, mit Schleifen und Bändern geschmückt, es ging ihm richtig gut. Während dieser Zeit bekam er auch seinen heutigen Namen Bichon frisé (Bichon-bichoner = franz. verhätscheln und frisé-gelockt). Es gibt viele alte Portaits und Gemälde auf denen kleine weiße Hunde zu sehen sind, eins hat es mir ganz besonders angetan. Ein Portrait von Nelly O´ Brien, welches Sir Joshua Reynolds von 1760-1762 malte. Hier ist zu erkennen, dass das Fell damals schon geschnitten wurde.

Im März 1933 wurde über diese Rasse ein Standard geschrieben, der 1½ Jahre später im Zuchtbuch des französischen Hundeverbandes aufgeführt wurde.

Das offizielle Ursprungsland der Rasse ist Frankreich.

Erstmals wurden 1955 zwei Bichon frisé aus Frankreich nach Deutschland importiert. Es begann die Zucht in Deutschland, die ersten Eintragungen erfolgten fälschlicherweise als "Bologneser".

Erst in den achtziger Jahren, als der Bichon frisé auf Deutschen Ausstellungen, in Form geschnitten präsentiert wurde, zog er die Blicke und Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Es ist aber nicht nur der Schnitt, sondern auch sein wunderbarer Charakter, der so viele überzeugte sich einen Bichon frisé zu kaufen.

Aus dem Rassestandard (FCI-Nr. 215b) möchte ich nur die wichtigsten Punkte herausschreiben.

Allgemeine Erscheinung: Ein lustiger ausgelassener kleiner Hund mit lebhaftem Wesen, mittlerer Fanglänge, lockeres korkenzieherartiges Haar ähnlich dem der mongolischen Ziege. Der Kopf wird aufrecht und stolz getragen, die dunklen Augen sind lebhaft und ausdrucksvoll.

Kopf: Schädellänge ist größer als Fanglänge. Kopf harmonisch zum Körper.

Fang: Der Fang darf nicht breit und schwer sein, aber auch nicht spitz. Die Backen sind flach und nicht sehr muskulös. Der Stop ist wenig betont, die Stirnfurche leicht sichtbar.

Schädel: Eher platt, obwohl er durch das Schopfhaar rund wirkt.

Nasenschwamm: Abgerundet, gut schwarz, fein und glänzend.

Augen: Dunkel mit möglichst dunklen Lidrändern, Lebhaft, nicht zu groß, kein weiß zeigend, ...

Betrachtet man nun den Kopf als Ganzes, so soll dieser einen lieblichen (ich würde doch fast sagen Puppenhaften) Ausdruck haben, wobei ich mich ausdrücklich von Übertreibunge distanzieren möchte. Es ist wichtig, dass der Fang kürzer ist als der Schädel aber er darf nicht so kurz gezüchtet werden, dass zum Bsp. der Kiefer und damit auch das Gebiss (Vorbiss/Fehlen v. Zähnen) darunter leidet. Damit der Kopf und das Gesicht dem Bichon frisé seinen oben erwähnten lieblichen, weichen Ausdruck verleihen, müssen die Augen und der Nasenschwamm die Eckpunkte eines gleichschenkligen Dreiecks bilden. Verschiebt sich dieses, dann ist entweder der Fang zu lang oder die Augen stehen zu eng. Hier ist dann meist auch der Schädel nicht in der optimalen Proportion zu den anderen Teilen.

Haarkleid: Fein, seidig, sehr leicht korkenzieherartig gelockt, ähnlich dem Haar der mongolischen Ziege, weder glatt noch geschnürt, von einer Länge von 7-10cm.

Zum Haarkleid möchte ich ein paar Anmerkungen machen. Es ist nun einmal so, dass das Haar einer der wichtigsten Punkte für diese Rasse ist. Denn richtig populär wurde der Bichon frisé als sein Haarkleid entgegen dem Standard in Form geschnitten und er so präsentiert wurde. Durch diesen Schnitt wird sein liebliches Wesen, sein Charakter und sein kompakter Körperbau hervorgehoben und abgerundet . Der Struktur des Haares geht dabei nichts verloren. Wenn man das Haarkleid teilt, kann man genau sehen, ob dieses kleine Locken hat oder nicht. Berührt man das Fell, kann man spüren, wie dicht und plüschig es sich anfühlt. Durch die gelockte Struktur des Fells und die Unterwolle steht das Fell vom Körper ab. Für Leute, die ihren Bichon frisé nicht auf einer Ausstellung zeigen wollen, gibt es überhaupt keine Frage, das Fell wird meistens kurz gehalten. Für Aussteller auf CACIB-Ausstellungen (In- u. Ausland) ist es heute auch schon kein Problem mehr, seinen Bichon frisé mit geschnittenem Fell zu präsentieren. Es wird von allen Richtern, die sich nicht von dem Schnitt irritieren lassen akzeptiert. Denn es ist gar keine Frage, man kann mit einem guten Schnitt auch hier und da kleine Mängel vertuschen, aber auch hier gibt es für die Richter Möglichkeiten und Tricks diese zu sehen.

Schur: Haar an Fang und Füßen dürfen leicht getrimmt werden.

Größe: Widerristhöhe nicht über 30cm. Kleinere Größe bevorzugt.